Die UdVA ist diejenige Vereinigung innerhalb der Union, welche sich mit den Schicksalen der Menschen befasst, die infolge des 2. Weltkrieges besondere Lasten tragen müssen. Auch wenn das Kriegsende schon viele Jahrzenhte zurückliegt, bestehen solche Lasten bis heute. So kümmern wir uns um den Erhalt der Kulturgüter des Deutschen Ostens, um die Entschädigung für die Opfer der SED-Diktatur, um die Wiederbeheimatung von Aussiedlern und Spätaussiedlern und um die Unterstützung der Deutschen Minderheiten in den Ländern östlich unseres heutigen Staatsgebietes.

Wir sind der Überzeugung, dass Menschen, die in der Folge des Krieges besondere Lasten zu tragen haben, nur weil sie Deutsche sind, Anspruch auf die Solidarität des ganzen Deutschen Volkes haben. Wir müssen als Deutsches Volk gemeinsam dafür einstehen, diese Lasten zu schultern und dürfen die Betroffenen damit nicht allein lasen.

Aussiedler und Spätaussiedler

Durchgangslager Friedland. Witula CC BY-SA 3.0

Mit dem Erlass des sowjetischen Diktators Josef Stalin vom 28.8.1941 begann der Leidensweg der Deutschen im ehemaligen Russischen Reich. Damals wurden Millionen Menschen aus ihrer Heimat nach Sibirien und Zentralasien deportiert, allein deshalb, weil sie deutscher Abstammung waren. Sie erlitten ein Schicksal, das unmittelbar damit zusammenhängt, dass das Deutsche Reich einen verbrecherischen Angriffskrieg begonnen hatte. Hundertausende haben die Deportationen nicht überlebt. Die Überlebenden litten unter Sklavenarbeit, Unterdrückung, ethnischer Diskriminierung und Unfreiheit. Nach 1990 hatten sie verstärkt die Möglichkeit zur Ausreise in die Heimat ihrer Vorfahen erhalten. Heute leben rund 3 Millionen Deutsche aus dem ehemaligen Zarenreich in der Bundesrepublik.

Wer hier angekommen ist, war kulturell geprägt von seiner Umgebung aus der Diktatur im Sowejetimperium und hatte eine Deutsche Kultur bewahrt aus der Zeit des letzten Kontakts zum Heimatland, der Generationen zurücklag, während sich die Kultur in Deutschland stetig weiterentwickelt hat. So bedürfen die Ankommenden in vielerlei Hinsicht unserer Unterstützung, um hier eine neue Heimat zu finden. Dies beginnt bei der Anerkennung der Berufsabschlüsse, reicht über die Frage des Zusammenlebens in einer offenen liberalen Gesellschaft bis hin zu Benachteiligungen im deutschen Rentensystem.

Die UdVA bringt die Sorgen und Anliegen von Aussiedlern und Spätaussiedlern in die Politik der größten Parteienfamilie Deutschlands ein. Und sie ist zugleich Ansprechpartner für Aussiedler und Spätaussiedler innerhalb der Union - für neue Rückkehrer gerne auch in russisch, ukrainisch oder kasachisch.

Die Positionen der UdVA Rheinland-Pfalz zur Bundestagswahl finden Sie hier auf deutsch und auf russisch.

Opfer der SED-Diktatur

Mauer und Stacheldraht

Eine weitere Folge des zweiten Weltkrieges war die Errichtung einer stalinistischen Diktatur im Ostteil Berlins und auf dem Boden der DDR, also der heutigen Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. In der Zeit der Teilung Deutschlands in einen freien Teil im Westen und einen unfreien im Osten sind Millionen Menschen von der Schergen der kommunistischen Einheitspartei SED verfolgt und unterdrückt worden. Hunderte wurden an der Grenze beim Versuch der Flucht in den Westen umgebracht, Zehntausende verschwanden in den Zuchthäusern der DDR, wo sie Zwangsarbeit leisten mussten und teilweise Folter ausgesetzt waren. Hundertausenden ist der Weg in eine selbstbestimmte Zukunft genommen worden, weil sie ihren Beruf nicht erlernen oder ausüben durften als Strafmaßnahme wegen Kritik am Regime.

Die Opfer dieser Verfolgung leiden noch heute unter den psychischen Folgen und haben auch materielle Nachteile erlitten, die nicht vollständig ausgeglichen worden sind. Die UdVA vertritt auch deren Interessen in der Politik.

Drüberhinaus ist es ein Anliegen der UdVA, die Aufarbeitung des Unrechts fortzustzen und vor allem die geschichtliche Bildung über das Wesen der DDR zu verbessern.

Kulturerhalt

Haus des Deutschen Ostens

Mit der Vertreibung nach dem zweiten Weltkrieg sind viele Kulturgüter des Deutschen Ostens verloren gegangen. Einiges wurde gerettet und ist heute in Museen und Heimatstuben noch zugänglich. Wir stehen ein für die dauerhafte Konservierung der Kulturgüter.

Neben dem materiellen Kulturerbe ist aber auch das immaterielle zu würdigen. Viele Größen der Deutschen Geistesgeschichte stammen aus ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten im Osten, wie z.B.
  • Immanuel Kant (*1724, Königsberg / Ostpreußen - heute russ. Föderation)
  • Joseph von Eichendorff (*1788, Lubowitz / Oberschlesien - heute Polen)
  • Paul Ehrlich (*1854, Strehlen / Niederschlesien - heute Polen)
  • Ferdinand Porsche (*1875 Maffersdorf / Sudetenland - heute Tschechien)
  • Otfried Preußler (*1923, Reichenberg / Sudetenland - heute Tschechien)
  • Hertha Müller (*1953, Nitzkydorf / Banat - heute Rumänien)

Zur Würdigung des immateriellen Kulturerbes gehört ebenso die Dokumentation und der Erhalt der Dialekte oder z.B. die Kulinarik des damaligen Siedlungsraumes.

Deutsche Minderheiten

Kath. Deutsche Studentenverbindung in Oppeln

Der größte Teil der deutschen Bevölkerung östlich unserer heutigen Staatsgrenze ist 1945 vertrieben worden. Einige jedoch sind zurückgeblieben. So finden wir heute immer noch große Deutsche Minderheiten u.a. in Polen, Ungarn oder Rumänien und in Nachfolgestaaten der Sowjetunion.

Der Umgang mit der Deutschen Minderheit unterscheidet sich von Land zu Land stark. Einige Staaten gewähren in vorbildlicher Weise Minderheitenrechte, andere versuchen, die Kultur der verbliebenen Deutschen klein zu halten. Teils ändert sich dier Umgang von Wahl zu Wahl in diesen Staaten.

Wir stehen an der Seite der verbliebene Minderheiten und stärken sie in ihrem Bemühen um den Erhalt ihrer Kultur. Gerade dem Land Rheinland-Pfalz kommt hier eine besondere Bedeutung zu, weil es eine Partnerschaft mit der polnischen Wojwodschaft Oppeln unterhält. In dieser Wojwodschaft lebt die größte verbliebene deutsche Volksgruppe des Ostens.